Holm Friebe und Sascha Lobo beschreiben darin ihr Lebensgefühl einer neuen parallelen Gesellschaft, der Gesellschaft der "digitalen Bohème", eine kreative Spezies, die die Gesetze des Internet kennt und für sich nutzt. Die "digitale Bohème" setzt sich vom bürgerlichen Leben dadurch ab, dass sie bürgerliche Attribute, wie z.b. ein durch eine feste Arbeitsstelle festgelegtes Leben ablehnt und neue Wege der Selbstentfaltung beschreitet.
Die Autoren stellen die These auf, dass es in Zeiten des Internet einfacher geworden ist, individuelle Kreativität zu leben, da das Internet mögliche Vertriebswege in die globalisierte Welt öffnet. So kann jeder seine kreativen Ideen vermarkten, sofern er sich mit den Technologien des Internet gut genug auskennt. Ein kreatives Leben jenseits der Festanstellung ist den Autoren daher lieber, auch wenn sie dadurch nicht die Sicherheiten und geregelten Abläufe eines bürgerlichen Lebens genießen können. Die Autoren heben ihren Lebensstil dadurch hervor, dass sie ein selbstbestimmtes Leben führen können, indem weder der zeitliche Ablauf noch innhaltliche Aspekte vorgegeben werden.
Das Buch ist sehr gut recherchiert, mit viel Tempo geschrieben und liest sich spannend und unterhaltsam. Nebenbei werden auch noch viele Features des Web 2.0 erklärt und ihre Anwendungsmöglichkeiten für den kreativen Einsatz beleuchtet. So bekommt man schließlich einen Eindruck, wie man sich selbst im digitalen Zeitalter verwirklichen kann.
Mein Tipp: Insgesamt ein gutes Buch!

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